Dresden besiegt - Aurubis gewinnt Vertrauen

Hamburg, 13. Februar 2012:

Hamburgs Volleyballteam besiegt nach einer Krisensitzung den Tabellenzweiten Dresdner SC mit 3:1 und verbessert sich auf Rang sechs.

Die Geschäfte der Aurubis AG laufen derzeit hervorragend. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres verzeichnete der größte Kupferproduzent Europas, der zugleich der weltweit größte Kupferrecycler ist, einen Gewinn von 86 Millionen Euro, weit mehr als alle Analysten erwartet hatten. Der Aktienkurs des Hamburger Unternehmens sollte deshalb heute in die Höhe schnellen. Bei diesem erfolgreichen Umfeld kann es wohl niemanden überraschen, dass es auch beim Volleyballteam des Konzerns wieder bergauf geht. Die Mannschaft von Trainer Jean-Pierre Staelens, 56, besiegte vor 1200 Zuschauern in der CU-Arena den Tabellenzweiten Dresdner SC mit 3:1 (25:21, 15:25, 26:24, 25:22) Sätzen und kletterte in der Bundesliga vom siebten auf den sechsten Platz. Wichtiger noch: Rang vier ist für die Hamburgerinnen zurück in Schlagdistanz, der für die Play-off-Runde (Platz eins bis acht), die Ende März beginnt, eine weit bessere Ausgangsposition bedeuten würde.

Wenn ein Sieg für das VT Aurubis in dieser Saison wichtig war, dann dieser. Noch am vergangenen Montag hatte Trainer Staelens auf einer turnusmäßigen Sitzung Unternehmensvertretern um Vorstand Michael Landau, 61, die schwankenden Leistungen seiner Mannschaft in dieser Spielzeit erklären müssen. Nach der 2:3-Niederlage am vorvergangenen Sonnabend in Köpenick wurden ihm zahlreiche unangenehme Fragen gestellt. Staelens konnte sie offenbar zur Zufriedenheit beantworten. Seine Erklärungen und Analysen überzeugten den Geld- und Namensgeber. Die Aurubis AG sprach ihm und dem Team noch einmal das Vertrauen aus. "Bitte richten Sie das auch den Spielerinnen aus", sagte Landau am Ende des Treffens zu Staelens. Über die Inhalte des Krisengipfels schweigen alle Beteiligten, Staelens machte nach dem Sieg gegen Dresden zumindest Andeutungen: "Es gibt für mich gute Gründe, warum wir uns zuletzt nicht in der Form präsentiert haben, die von uns zu Recht erwartet wird. Wenn zum gegebenen Zeitpunkt diese Gründe bekannt werden, wird einiges verständlicher."

Mit dem zwölften Saisonerfolg, hofft Präsident Horst Lüders, 67, sollte jetzt mehr Ruhe in den Verein einkehren. "Gegen Dresden darf man verlieren, nicht aber gegen Köpenick. Insofern musste die Mannschaft diesmal gewinnen", sagte Lüders. Nun sei ein Sieg am Mittwoch bei Alemannia Aachen allerdings Pflicht, "damit wir nicht vom rechten Weg abkommen". Das Hinspiel gegen den Tabellenzehnten hatte Aurubis in eigener Halle 0:3 verloren. Es war eines jener Spiele, die Trainer Staelens in die Verzweiflung trieben.

Volleyball-Team Aurubis verliert 2:3 beim Köpenicker SC

Dass es trotz der jüngsten vertrauensbildenden Maßnahmen weiter nicht zum Besten um das Selbstbewusstsein des Teams bestellt ist, zeigte der Spielverlauf gegen Dresden. Ausgesprochen starke Phasen wechselten sich mit erschreckend schwachen ab, mit 20 Fehlern bei Annahme und Gegenangriff leisteten sich die Hamburgerinnen doppelt so viele wie die Gegnerinnen. Immerhin: Gegen Ende der Sätze zeigte das VT Aurubis dann seinen besten Volleyball, blockte die oft wenig überraschend vorgetragenen Dresdner Angriffe erfolgreich ab. "Unser Kampfgeist hatte zuletzt in den entscheidenden Situationen gefehlt. Diesmal war er wieder da", sagte Saskia Radzuweit.

Die Diagonalgreiferin erzielte nach Lousiane Souza Ziegler (20) und Julia Stojanowa (17) mit zwölf Zählern die meisten Punkte und zeigte ihre bisher beste Leistung in dieser Saison. Zufrieden mit ihrer Vorstellung war sie dennoch nicht. "Das war eher durchwachsen, da waren einige unnötige Fehler dabei", sagte die 20-jährige Studentin.

Als Michael Mücke, 58, ehemaliger Volleyball-Bundesligatrainer des HSV, diesen Satz hörte, verriet er ihm viel über die Stimmungslage in der Mannschaft. "Gewinner zweifeln nicht", sagte Mücke später im VIP-Raum zu Radzuweit, "weil Zweifler nicht gewinnen." Aber auch Mittelblockerin Imke Wedekind, 27, beurteilte das Auftreten ihrer Mannschaft selbstkritisch: "Bei uns ist derzeit nicht alles im Fluss. Unser Selbstvertrauen war angeknackst, wir sind diesmal jedoch viel aggressiver aufgetreten als vergangene Woche in Köpenick. Das war der Schlüssel zum Sieg."

Jean-Pierre Staelens weiß um den Gemütszustand seiner Frauen. Sie grübeln ihm oft zu viel. Manchmal, sagt er, wünschte er sich, "dass sie weniger nachdenken würden". Diesmal war der Trainer aber stolz auf sein Team. "Es war das vielleicht schwierigste Saisonspiel. Und das haben wir gewonnen."

 

Quelle:  Hamburger Abendblatt Online

Werbung

DVL-Aktion

DVL-Shop

Wer ist online

Wir haben 66 Gäste online

Facebook

Copyright © 2011. All Rights Reserved by RaLue.