DVL-Presseservice: Kompromisslos, flexibel und energisch – Hamburgs Reserve feiert die Zweitligameisterschaft

Hamburg, 17. April 2012:

„Relentless”, zu deutsch: kompromisslos, heißt das Lieblingsgetränk von Ali Hobst. Der Trainer der zweiten Mannschaft von VT Aurubis Hamburg bekam den hochpreisigen Energydrink im vergangenen Jahr von seinen Spielerinnen geschenkt. Inzwischen hat er daraus seine Maxime als Trainer abgeleitet und – das haben sie nun davon - auf seine Mannschaft übertragen: „Relentless pursuit of perfection” - das kompromisslose Streben nach Perfektion - gab Hobst vor der Saison als Maßgabe aus.

Und seine Spielerinnen sind diesem hehren Motto in der aktuellen Spielzeit sehr nahe gekommen. Einen Spieltag vor Schluss deklassierten die Elbestädterinnen Verfolger Rotation Prenzlauer Berg am Samstagabend mit 3:0 (25:16, 25:19 und 25:19) und feierten damit vorzeit die Meisterschaft in der 2. Liga Nord. Dass das Ausbildungsteam der Hamburger ganz oben steht, ist für Außenstehende eine Überraschung. Für Hobst und sein Team dagegen war die Meisterschaft von Beginn an das Ziel. „Wir wollten jedes Spiel gewinnen”, sagt der 38-Jährige. Bis auf zwei knappe Niederlagen in der ersten Saisonhälfte gegen Prenzlauer Berg und den VfL Oyte ist das dem Team um Zuspielerin Swantje Basan und Mittelblockerin Anne Krohn perfekt gelungen.

Meistermacher Ali Hobst (mit Pokal) im Kreise seiner Spielerinnen (Foto: Dieter Nagel).

„Wir wollen jeden Ball auf Big Point spielen”, sagt Hobst, „egal ob wir 20:2 führen oder 2:20 hinten liegen. Dieses Verhalten im Wettkampf kommt mir im Jugendbereich oft zu kurz.” Neben dem Sieg stehe dabei auch schönes und spektakuläres Spiel im Fokus. Mit dieser bedingungslosen und leidenschaftlichen Einstellung schmetterten sich die Hamburgerinnen zum insgesamt vierten Zweitliga-Meistertitel – dreimal hatte bereits die erste Mannschaft die Meisterschaft geholt.

Flexibilität in allen Lagen: In Hamburg spielt gelegentlich die Mittelblockerin zu

Die zweite tragende Säule des Hamburger Erfolgs ist die Vielseitigkeit, die Hobst von seinen Spielerinnen fordert; sowohl was Spielsysteme und taktische Varianten angeht, als auch hinsichtlich der Positionen. „Fällt bei uns eine Spielerin aus, kann sie problemlos durch eine andere ersetzt werden. Ich denke eben diese Flexibilität macht unsere Stärke aus”, sagt Stellerin Swantje Basan. Und: „Ali hat von Anfang an klar gemacht, dass seine Spielphilosophie auf individueller und auch mannschaftstaktischer Flexibilität beruht. Das bedeutet zum Beispiel, dass auch die Angreifer trainieren zuzuspielen oder wir Zuspieler im Annahmetraining eingebunden werden.”

So beoorderte der Coach etwa Mittelblockerin Anne Krohn – laut Hobst „die kompletteste Spielerin der 2. Liga” - gegen den TSV Rudow ohne Not ins Zuspiel. Zwar gab sein Team beim 3:2-Sieg noch zwei Sätze ab, doch das Experiment war es dem Übungsleiter wert. So undogmatisch und unorthodox übt Hobst im Wettkampf für den Ernstfall, dass die etatmäßigen Zuspielerinnen ausfallen. So geschehen gegen die Vertretung des USC Münster, als Mittelblockerin Krohn tatsächlich zuspielen musste - Hamburg gewann 3:0. „In dieser Saison hat sich gezeigt, dass jede einzelne Spielerin dazu fähig ist, die Aufgabe, vor die sie gestellt wird, zu lösen. Ob es das Spielen unterschiedlicher Positionen oder auch Systeme ist - Ziel für jede ist es, ihre individuelle Stärke so einzubringen, dass das Team weiterkommt”, sagt Anne Krohn.

Ohne eingekaufte Profispielerinnen zum Meistertitel

Unter anderem bei einem Segeltörn auf dem Ijsselmeer hat Hobst, der stimmigerweise bei einem Energieversorger arbeitet und den Trainerjob nach Feierabend ehrenamtlich ausübt, sein Team vor der Saison eingeschworen. Die heterogene Truppe aus erstligaerfahrenen Spielerinnen wie Swantje Basan und Adina Hinze sowie Teenagern wie der erst 17 Jahre alten Libera Laura Mathias entwickelte sich zum eingeschworenen Team. Auch ohne eingekaufte Spielerinnen setzten sich die Hamburgerinnen gegen die finanziell besser ausgestattete Konkurrenz durch.

Da die zweite Mannschaft nicht in die 1. Liga aufsteigen kann (auch sonst hat keine Mannschaft aus der Staffel die Erstligalizenz beantragt), ist es das Hauptziel des Teams, Talente für die Bundesliga zu entwickeln. Obwohl Hamburg kein Talentestützpunkt ist und Hobst sich die Spielerinnen „selbst schnitzen oder aus der Metropolregion Hamburg verpflichten” muss, ist das in der Vergangenheit mit Saskia Radzuweit und Natalia Cukseeva bereits zweimal erfolgreich gelungen. Aktuell haben laut Präsident Horst Lüders Libera Laura Mathias, Annahme-Außen-Perspektivspielerin Laura Eickhoff sowie Universalspielerin Nina Braack das Potenzial, um das Bundesligateam zu ergänzen. Auch Hobst bescheinigt diesen und weiteren Spielerinnen seiner Mannschaft Potenzial für die Eliteliga, „aber das Herz und die Leidenschaft, es in der 1. Liga schaffen zu wollen, sind entscheidend”. Kompromisslos, flexibel und mit voller Energie eben, so wie Ali Hobst das vorlebt. Nicht nur, was seine Getränkeauswahl angeht.

 

Quelle:  Deutsche Volleyball-Liga

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